Kapitel 4 der Buchsymbiose

Mein Kapitel (Kapitel 4) bei der bUCHSYMBIOSE ist am 12.5.2016 erschienen.

Ich hatte nur Kapitel 1 gelesen, bevor ich dran war.
Und als ich dann Zugriff auf Kapitel zwei und drei hatte, habe ich alles am Stück gelesen.
Danach fiel es mir schwer den Teil der Geschichte mit Hank und Kap noch sinnig fortzusetzen. Daher habe ich mich für diesen Erzählstrang entschieden, um ein paar Ungereimtheiten abzufangen, nicht noch mehr Ideen reinzuwerfen und irgendwie den Bezug zum Anfang zu finden,

Kleine logische Fehler stören mich schon in dickeren Büchern.
Größere logische Fehler sind einfach große Fehler.
Die Projektidee finde ich nach wie vor gut und würde oder werde mich weiter beteiligen – aber da kommt es drauf an wie es weiter geht..
An Herausforderungen kann man nur wachsen oder lernen.
Aber geschmerzt hat es dann doch auch etwas.

Update:
nach weiteren erschienen Kapiteln, werde ich mich im Handlungsstrang nicht weiter einbringen. Das sind zu viele Köpfe, die daran arbeiten und zu vieles fasert aus.
Wenn professionelle Autoren schon beschreiben, das Co-Writing zu zweit sehr schwierig ist, dann erscheint mir das jetzt nicht mehr verwunderlich.
Ich glaube es fehlt als erstes an einem ordentlichen Outline und an einer Instanz, die sagt „geht so nicht.“ Ähnlich wie das bei Serien (Perry Rhodan, Fernsehserien etc.) etabliert ist.
Ein Outline über die ganze Story (oder zumindest über einen längeren Handlungsbogen), dann eins für die kleineren Etappen und dann eins für die einzelnen Textstücke/Autoren in denen klar ist, was gemacht werden darf und was auf keinen Fall passiert (sowas wie Perry Rhodan sterben zu lassen z.B.).

Dazu kommen noch diverse Betrachtungen des Worldbuildings.
So wird es in den ersten drei Kapiteln hier durchaus Nacht und Tag, aber in der Spiralwelt kann das so einfach nicht möglich sein. Ist die mit der Spiralspitze auf die Sonne ausgerichtet, bleibt es kernnah immer bei Dämmerung (falls die unteren Bereiche breiter sind, können die auch Licht haben). Falls die Spiralwelt mit dem Kern im rechten Winkel zur Sonne steht, gibt es evtl. eine sehr sehr kurze Nacht – oder einen sehr sehr dicken Kern.
In der Art sind noch mehr Dine zu beachten und ohne Kontrollinstanz bekommt das keinen Halt.

Wie dem auch sei – ich wünsche Victoria noch viel Spaß und Erfolg bei dem Projekt.

Update:
am 24.12.2016 findet sich die Webseite leider nicht mehr.
Nach Kapitel sieben hat man sich wohl dazu entschlossen, das nicht mehr weiterzuführen.
Damit ist mein Kapitel auch nicht mehr auffindbar und deswegen füge ich es komplett hier ein.


Kapitel 4 – Puctos Ende
Pucto schaut den beiden Männern nach bis sie aus seiner Sicht verschwinden. Er dreht sich um und geht langsam in seine Höhle zurück. Hatte er richtig gehandelt? Waren die beiden die richtige Wahl?
Er seufzt leise. Als ob er eine Wahl gehabt hätte.
Die Kanne am Feuer enthielt noch heißen Kräutertee.
Er nimmt sich einen der Tonbecher vom klobigen Holztisch, greift zur Kanne und schenkt sich von dem Gebräu ein.
Zwei ziemlich verantwortungslose Burschen, davon einer ein Lom.
Er trinkt einen tiefen Schluck, schließt die Augen und seufzt noch einmal.
»Also, wo ist es?«
Pucto erstarrt. Dann, nach einem kurzen Moment des Innehaltens, dreht er sich langsam um. »Du natürlich«, sagt er.
Pucto starrt sein Gegenüber an und hebt langsam den Becher an den Mund. Er trinkt einen Schluck und sagt »Es ist nicht hier. Du bist umsonst gekommen.«
Seine Besucherin lächelt. »Ich bin mir sicher, dass es hier ist. Oder das Du zumindest weißt wo es ist. Im Grunde gibt es von hier nur drei Alternativen.
Die Erste: Du gibst es mir jetzt und sofort und ich gehe. Die würde ich bevorzugen und glaub mir, das solltest Du auch.
Die Zweite: Du gibst es mir nicht und ich werde Dich so lange bearbeiten, bis ich es habe.«
Seine Besucherin tritt einen Schritt näher und streicht ihm sanft mit den Fingern über die Wange.
»Das würde mir sehr, sehr leidtun«, flüstert sie in sein Ohr.
»Möglichkeit Drei: Ich bearbeite Dich zu lange und zu intensiv und weiß nicht wo es ist. Nun, da habe ich nichts verloren zu jetzt.«
Sie lächelt während sie wieder auf Abstand geht.
»Du kannst Dich jetzt für eine der Möglichkeiten entscheiden. Oder ich entscheide für Dich.«
Sachte geht Pucto zur Teekanne und nimmt sie auf. Er geht zum Tisch, nimmt den Wasserkrug und füllt die Kanne auf.
»Ich glaube, dass es letztlich egal ist, wie ich mich entscheide. Du bist so schlecht wie die anderen deiner Gruppe und eine Schande für deine Art. So oder so wirst Du mich nicht am Leben lassen«, sagt Pucto.
»Zudem Du weißt, dass Du nichts aus mir rausbekommen wirst. Ich habe mein Leben gelebt. Und es war lang. Länger noch als deins.«
Sie lächelt.
»Wir werden sehen Pucto, wir werden sehen. Und fühlen – vor allem Du«.
Pucto geht mit der Kanne zu einem kleinen Holzbrett an der Höhlenwand und entnimmt einer Dose ein paar Kräuter.
»Weißt Du«, sagt er. »Dein Besuch ist keine Überraschung für mich. Ich habe mich schon lange darauf vorbereitet.«
Sie schaut ihn irritiert an. »Wie denn? Kommen jetzt etwa Helfer oder ein paar Deiner alten Freunde?«.
»Nein.« sagt Pucto und sie hört die Entschlossenheit in seiner Stimme. Blitzschnell stopft er sich die Kräuter in den Mund und kippt Wasser hinterher. Ein schnelles Schlucken und die Kräuter sind weg.
»Was…?« Sagt seine Besucherin überrascht. »Was hast Du getan?« Sie springt zu ihm und hebt die Hand in Richtung seines Kopfes, als wolle sie die Kräuter wieder herausziehen.
»Wie immer das was getan werden muss.« Ein Schauer fährt durch Puctos Körper. Eine Sekunde später knickt sein linkes Bein weg und er sackt auf den Boden.
»NEIN!«, brüllt seine Besucherin. »DAS KANNST DU NICHT TUN!«. Doch Pucto hört sie schon nicht mehr. Seine Augen werden glasig, ein kurzes Zucken und dann erschlafft sein Körper.
»VERDAMMT!«. Wut kocht in ihr hoch. Sie holt mit dem Fuß aus und tritt in Puctos leblosen Körper. »Du verdammter Idealist«, zischt sie.
Mit Mühe findet sie nach einigen Minuten einen Punkt, an dem sie ihre Wut unter Kontrolle bringt und wieder vernünftig nachdenken kann. Methodisch durchsucht sie die Höhle mit den wenigen Verstecken. Irgendwo musste dieses verdammte Ei doch sein. Sie war so kurz davor gewesen.
Aber alle Suche half nichts. Das Ei ist nicht da. Sie schaut auf Puctos leblosen Körper und mit einem verächtlichen Ausdruck spuckt sie ihn an.
Drecksack.
Das Ei war nicht in der Höhle. Die Verstecke in der Höhle waren leer und draußen im Wald wäre das Ei zu ungeschützt. Also hat es jemand mitgenommen. Und die letzten beiden Besucher hat sie gesehen. Mit denen würde sie anfangen.
Sie schaut in die Höhle auf Puctos Leiche, dreht sich um, zieht ein silberfarbenes Glockenspiel heraus und hängt an es einen Baum.
Während sie zügig den Pfad entlang geht, hört sie hinter sich das leise Klingen ihrer Markierung.

Adventskalender der Geschichtendose

Nachdem ich hier fahrlässig in der „das mach ich später, aber bestimmt nachher“-Phase versackt bin, habe ich jetzt am dritten Writing Jam der Geschichtendose teilgenommen.

Gleichzeitig hat Lars von der Geschichtendose auch noch zwei Podcastaufnahmen gemacht und die Geschichten werden vertont veröffentlicht.

Spannende Sache.

Vor allem hat es viel Spaß gemacht und bei einer Geschichte ist das Ergebnis sogar gemeinsam (wenn auch größtenteils nacheinander) entstanden, was für mich auch eine Premiere war.

Die Geschichten gehen werden vom 01. Dezember an veröffentlicht – und zwar jeden Tag eine bis zum 31ten.

 

Outlining und Discovery-Writing

Immer wieder kamen mir die beiden Begriffe Outlining und Discovery-Writing unter.

Discovery-Writing war mir schnell klar – man schreibt los und schaut, wo man endet.

So was wie eine Wanderung ohne festgelegtes Ende (ich habe gehört, dass Max Mutzke einfach so losgeht in den Schwarzwald und immer weiter wandert, bis er nicht mehr kann oder will und dann ruft er sich jemanden, der ihn dort abholt, wo auch immer das ist …)

Was aber Outlining ist, das scheint mir nicht sooo genau definierbar zu sein. Klar gibt es Definitionen für Einzelstücke, aber welche nimmt man und wie sehen die genau aus?

Ich habe da meine Probleme mit, auch wenn ich die meisten Standardwerke gelesen und mir die verschiedenen Strukturen angeschaut habe. Dreiakter, Sieben-Punkte-Struktur und was es da noch alles gibt (nicht das Ich die auch verstanden hätte.)

Auf www.writingexcuses.com (sehr sehr sehr zu empfehlen) gibt es allerdings ein Summary der mitwirkenden Autorin. Die Folge(n) findet Ihr hier: writingexcuses.com/ (7.15 und 7.16)

Und das Summary hier: maryrobinettekowal.com/journal/writing-excuses-7-15-editing-marys-outline/

Das Summary ist eine kapitelweise Zusammenfassung der jeweiligen Inhalte und das oft auch nur in Stichwörtern.

Beispiel:
Meigao finds the Girl and Wukung. Tells them that Kennedy had been captured. She leads them to the palace. Murong and Pa Chieh are waiting for them. Reunion.
Meigao findet das Mädchen und Wukung. Erzählt ihnen das Kennedy gefangen wurde. Sie führt sie zum Palast. Murong und Pa Chieh warten dort auf sie. Wiedervereinigung.

Da steht noch ein bisserl mehr, aber das ist grob zusammengefasst der Inhalt des Kapitels.
Das ganze Summary hat 22 Kapitel, ist zweieinhalb Seiten lang und beschreibt die gesamte Geschichte.

Das stellt für mich die Outline dar – den Rahmen, in dem sich die Geschichte dann bewegt.

Auf Deutsch hat outline mehrere Bedeutungen und darunter auch Textentwurf/Entwurf.
Das trifft es für mich nicht – im Zusammenhang mit der Entwicklung der Geschichte bevorzuge ich Skizze oder Umriss.

Da gehört dann mit Sicherheit noch mehr dazu (Charakterbögen etc. pp.) aber das ist ja dann nur noch Fleißarbeit 🙂

 

Weißes Rauschen

Einer der Tipps wie man die Umwelt ausschließen kann um sich zu konzentrieren ist das “weiße Rauschen”.
Das ist ein Geräusch, das aus einer nichtssagenden, nachrichtenfreien Menge von Rauschen besteht, dass das Gehirn völlig kalt lässt.

Wenn schon mal jemand in bewusstseinserweitertem Zustand (ich habe nur davon gehört…) jemandem zugehört hat, der langweiliges Zeugs erzählt, der weiß, dass der Erweiterte den Erzähler komplett ausblenden kann.

So weit, das man zehn Minuten später überrascht ist, dass da noch jemand sitzt und mit einem redet.

Das ist dem Erzähler übrigens dann auch ziemlich egal.

Na gut – ich habe das weiße Rauschen ausprobiert und es funktioniert bei mir nicht wirklich (Anglizismus! Anglizismus?)

Auf der Suche nach einer Alternative bin ich auf die für mich funktionierende Lösung gestoßen:

Radio Horeb – im Webradio zu hören bei http://www.horeb.org/

Das ist ein religiöser christlicher Sender in dem zum Beispiel live auf Sendung Fürbitten gebetet werden, gemischt mit sakraler Musik.

Das ist teilweise sehr abstrus und hat fast schon eine komödiantische Note.

Da mich das Thema allerdings so gar nicht anspricht, blendet mein Kopf das Gesprochene komplett aus (in der Regel) und ich schreibe tatsächlich schnell und konzentriert runter.

Wie diesen Text hier.

 

 

Scrivener (und so)

Lange Zeit habe ich meine Sachen mit den verschiedensten Programmen geschrieben.

Blog-Einträge direkt im WordPress oder mit Windows-LivewWriter (was für das Handling der Bilder eine echte Vereinfachung ist).
Texte mit Microsoft-Word oder mit dem Notepad oder mit Notepad++. Je nachdem was da war.
YWriter habe ich kurz ausprobiert und Papyrus auch.
Mit keinem war ich so wirklich zufrieden, wobei Papyrus noch am besten schien.

Dann stieß ich über die Schreibdilettanten auf Scrivener (Windows-Version) gestoßen und nach kurzer Eingewöhnungszeit bin ich nun fast komplett im Scrivener unterwegs. Der Export in Textdateien ist ausreichend um mal ein paar Sachen unterwegs mitzunehmen – und die importiert man einfach wieder.

Es gibt allerdings drei Sachen, die mir da noch fehlen:

  • die deutsche Unterstützung. Aber die soll ja jetzt bald kommen.
  • Der Dudenkorrektor läuft nicht im Scrivener, was sehr schade ist. Da kopiere ich die Texte also kurz ins Word und dann wieder zurück.
  • Die Windowsspracherkennung kann keine texte ins Scrivener schreiben. Zumindest bekomme ich das nicht hin.

Alle anderen Möglichkeiten so so vielfältig, das man sich fragt, was man ohne die gemacht hat. Die Videos auf literatureandlatte-video geben einen schönen Überblick – wenn auch von der Mac-Version.