Waldmeister

Heut geh ich in den Wald, Meister.
Da suche ich die Waldgeister
Und fange sie mit Geistkleister.
Denn die werden immer dreister.

Gestern haben Sie gesungen
Mir Gefühle abgerungen
Mit den Tönen aus den Lungen.
Geformt mit Engelszungen

Da kam in mir die Wut
Und ich nahm mir meinen Hut
Rührte darin Kleister an
Und dachte »morgen sind sie dran«.

Nun steh ich vor dem Wald
Die Hand im Hut verkrallt
Ich seh‹ eine Gestalt
Und langsam wird mir kalt.

Sag mir was Du verlangst
Frag ich sie voller Angst
Und sie sagt mir ins Gesicht
In den Wald, Meister, kommst Du nicht


So eingereicht als Bewerbungstext beim Projekt bUCHSYMBIOSE, bei dem ich Kapitel 4 beitragen werde.

Dschungel

Mit all Deinen Farben
Mit all Deinen Fragen
Auf all Deinen Fahrten
Konntest Du es nicht Fangen

Ganz ähnlich wie Barben
Am Schluss ziemlich eisig
Versalzt Du den Braten
Und musst wieder Bangen

Du siehst dann die Schaben
Umtanzt von den Schraten
Gesichter mit Scharten
Umzingelt von Schlangen

Nur Bienen aus Waben
Gefressen vom Zeisig
Wir alle am Warten
Mit rötlichen Wangen.

Doch dann als die Schlangen
Verbissen in Wangen,
Hörst Du auf zu bangen
Du hast es gefangen

Mit all seinen Farben

Grumpf!

Das Raumschiff, langsam aufgesetzt, ragt mahnend aus dem Boden.
Der Captain schaut ins Niemandsland, sieht fast aus wie in Groden.
Die Leiter wurde ausgefahren, Maschinen viele los geschickt.
Die Mannschaft macht die Grobarbeit, wie immer ist sie missvergnügt.

Ein leichtes Rieseln, kein Geräusch, direkt unter den Streben.
Die Mannschaft aber spürte was, es war jedoch kein Beben.
Ein Loch ging auf, es machte Schwapp, das Raumschiff war verschwunden.
Einfach weg, ganz unbesehen und niemand kann’s bekunden.

Kein Rölpser tönt, kein Schmatzen auch, das Teil ist einfach weg.
Kein Jammern hier und oben drauf auch niemals wieder Speck.
Da hilft kein Flehen, hilft kein Flennen und auch niemals Beten
So fressen sie halt alles weg die (un)perfekten Planeten

Entschlossen

Dunkel deine Pforte,
verborgen dein Geheimnis.
Dein Schlüssel wurd‘ lange gesucht.

Niemand hätt‘ gedacht,
dass du nur so klein bist.
Dein Verschließer wurd‘ vielmals verflucht.

Es ist jetzt so weit, der Schlüssel – gefunden.
Den Stift gedreht und Sekunden voll Hoffen.
Bald sind wir nicht mehr miteinander verbunden.
Tatsächlich, Schloss. Du bist jetzt offen.

Ein Moment des Verharrens
und Du, voller Tücke,
rutschst aus meiner Hand
und fällst von der Brücke.

Im Wasser versunken,
für immer verschwunden,
und trotzdem ist mir jetzt wohl.

Ich bin endlich frei,
bin nicht mehr gebunden.
Du warst halt doch ein Symbol.